Was der Weintrinker
unbedingt wissen sollte ...

... über die Produkte und die Weinmanufactur Franz SEBASTIAN

Die Entwicklung in über 80 Jahren

Die Entwicklung von fast einhundert Jahren lässt sich in 3 Minuten nicht beschreiben. Gönnen Sie sich die Momente für einen Streifzug durch die Zeit.

War Wein trinken zu Beginn des letzten Jahrhunderts durchaus nur etwas für Privilegierte, so ist dieses Getränk im Laufe der Zeit allen Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht worden. Alte Aufzeichnungen belegen, dass der Firmengründer Franz Sebastian sich „seine Kundschaft“ fernab des Ahrtals aufgebaut hat. Er hat sich seinen Kundenstamm und sein Absatzgebiet selbst geschaffen, indem er seine Kontakte, die er im 1. Weltkrieg knüpfen konnte, wieder aufleben lies. Im Ahrtal hatte fast jeder seinen eigenen Wein. Daher musste man schon weitere Strecken zurücklegen, um die produzierte Weinmenge auch verkaufen zu können. So wurden hauptsächlich in Düsseldorf, Dormagen und Mönchengladbach viele Kunden akquiriert. Nicht etwa mit firmeneigenem LKW sondern mit dem Fahrrad ging die Fahrt dann zu den Kunden, um sich die Aufträge zu sichern. Zur Auslieferung der Weinflaschen bediente man sich der damaligen Reichsbahn. In Stroh bruchsicher verpackt, so brachte die Bahn die großen Holzkisten zum Kunden und so kamen auch die mit Leergut gefüllten wieder zurück.

Nach den Wirren des 2. Weltkriegs und der Währungsreform hat Willy Sebastian den Aufbau dann weiter forciert. Mit nicht weniger Aufwand und ebenfalls in den Anfängen noch per Fahrrad war er oft tagelang zu Kunden unterwegs. Erst gegen Mitte der 50er Jahre konnte das erste Auto angeschafft werden und fortan wurde die Arbeit, die heute als „marketing sales manager“ bezeichnet würde, etwas bequemer.

Mit der zunehmenden Industrialisierung und dem „Volkswagen“ kam auch die größer werdende Mobilität der Kunden. Die Stadtbevölkerung verbrachte ihren Urlaub nun auf dem Lande. Auch das Ahrtal erfreute sich zunehmender Beliebtheit. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, wurden alsbald Gästezimmer eingerichtet und viele Weinkunden wurden so auch zu Feriengästen. Dies alles geschah unter der Regie von Gertrud und Willy Sebastian. Dem Kunden wurde nicht nur guter Wein verkauft, sondern mit dem Ferienangebot auch noch ein Zusatznutzen. Nebenher entstanden nicht wenige Freundschaften die sogar teilweise Jahrzehnte von Dauer waren. Als der wirtschaftliche Aufschwung hierzulande dann nachhaltig anhielt, entdeckten die Deutschen dann Ende der 60er Jahre die Fernreisen. Das Übernachtungsgeschäft ließ spürbar nach und wurde zu Beginn der 70er Jahre ganz eingestellt. Es kam nun auch die Zeit von Franz Josef und Barbara Sebastian. Auch sie führten den kontinuierlichen Ausbau des Betriebes, sogar in wirtschaftlich schwierigen Zeiten fort.

Viel Bewegung auf dem nationalen Weinmarkt war in der damaligen Zeit erkennbar. Es ist heutzutage dem Konsumenten schon fast in Vergessenheit geraten, dass der Weißherbst bzw. der Rosé-Wein und die Geschmacksrichtungen „halbtrocken“ und „trocken“ erst ab Mitte der 70er Jahre entstanden sind. So entstanden allerorts die Weinfeste, die sich zusehends größerer Beliebtheit erfreuten. Es waren erste Anzeichen dafür, dass sich nun jede Bevölkerungsschicht dem Wein zuwandte und ihn nicht nur zu besonderen Anlässen trank. War das Bier noch das „Getränk der Menge“ und meist für den täglichen Konsum, so war eine zunehmende Zahl der Weingenießer auszumachen, die Wein regelmäßig am Wochenende konsumierten. Schon seit den 60er bis in die frühen 80er Jahre war eine hohe Nachfrage nach deutschen Weißweinen zu verzeichnen. Daher wurden in unserem Hause neben dem Anbau der eigenen AHRweine auch Mosel-und Rheinweine vertrieben. Gegen Ende der 80er Jahre verflachte dann zusehends die Nachfrage nach deutschen Weißweinen. Aus heutiger Sicht Ursachenforschung zu betreiben  ist sicher schwierig, aber das damalige Qualitätsniveau könnte ursächlich gewesen sein und hat so den Weg für einen „großen Wandel“ frei gemacht. Der Rotwein trat zu Beginn der 90er Jahre seinen noch bis heute zu verzeichnenden „Siegeszug“ an. Der Kunde entdeckte den Rotwein und ganz speziell unseren AHR-Rotwein. Und bestimmt auch aufgrund der medizinschen Erkenntniss, dass Rotwein in Maßen genossen, durchaus gesund sein kann, hat sich aus einem anfänglichen Trend bis heute der Rotwein durchaus etabliert.

Man hat sich fortan auf den Ahr-Rotwein und auf die konsequente Ausrichtung von „Qualität statt Quantität“ konzentriert. Doch der ganze Wein-Markt blieb in den letzten Jahren immerzu in Bewegung. Galt das Augenmerk früher mehr den nationalen Mitbewerbern, so stehen heute eher die „Neue-Welt-Weine“ im Focus des Verbrauchers. Sind doch gerade die Kollegen aus Übersee aufgrund diverser Herstellungsverfahren in die Schlagzeilen geraten. Völlig irritiert ist der Verbraucher aufgrund der jeweils geltenden Landesgesetze. So geht die amerikanische Auffassung von Wein völlig konträr zum deutschen Weingesetz. Was in Übersee so alles als Wein angesehen wird, würde hierzulande schon die Justiz beschäftigen. Eine einheitliche und europäische Definition ist noch in der Findungsphase, spielen hier politische Entscheidungen doch allzu oft eine eher betrübliche Rolle. Wie dem auch sei, Ahr-Rotweine haben deutschlandweit und sogar international ein hohes Ansehen erlangt. Diese Spitzenposition zu behaupten ist unser vorrangiges Ziel.

Nach der Betriebsübernahme durch Achim Sebastian im Jahre 2000 sind umfangreiche betriebliche Umstrukturierungsmaßnahmen erfolgt. So wurde u.a. mit dem Baueiner neuen Produktions- und Lagerhalle der Grundstein für eine moderne und zukunftsorientierte Logistik gelegt. Das Wein heutzutage mehr denn je „voll im Trend“ liegt, beweisen auch die genaueren Marktanalysen. Fast ein jeder besitzt einen Weinkeller mit zumindest kleinen Vorräten. Abseits von Festivitäten wird Wein getrunken und der Wein ist als Essensbegleiter heute gar nicht mehr wegzudenken. Nicht wenige Konsumenten geben sich einem täglichen Genuss hin, immer nach der Prämisse Klasse statt Masse. Mit der Schaffung der Außengastronomie, unserem PAHRadiesgarten, wurde ein weiteres und das bisher letzte Geschäftsfeld erschlossen. Ob das gestiegene Bedürfnis nach Freizeit, der allgemeine neue Live-Style oder andere Trends dafür verantwortlich sind, dass sich unser Ess-und Trinkverhalten spürbar verändert hat, lässt sich nicht mit Deutlichkeit bestimmen. Wir jedenfalls verspürten die Zusammengehörigkeit und die Unabdingbarkeit von „ESSEN“ und „TRINKEN“. Ist doch weitläufig bekannt, dass Essen und Trinken zu den angenehmesten der Zeitvertreiber gehört.